Welches Gerät/Lack für “Kunst” auf Motorrad

  • Hallo :)


    Ich würde gerne ein paar Muster/Embleme auf mein Motorrad sprühen!

    Leider bin ich total neu in dem Gebiet. Das Handhaben wird für mich schlussendlich wahrscheinlich kein Problem.


    Mein eigentliches Problem liegt darin, dass ich nicht weiß, welche Airbrush Geräte ich verwenden sollte, welchen Lack und wie ich alles reinige. Auf Amazon finde ich nur Sets, die auf Modellbau spezialisiert sind, aber ich weiß nicht, ob die sich auch eignen.


    Hab daheim einen drosselbaren Kompressor mit max 10 Bar, bräuchte also nicht zwingend einen Extrakompresaor dazu.

    Außerdem ist mein Budget ziemlich niedrig (ugf 100€). Ich weiß, das ist ziemlich wenig, aber für den Anfang brauch ich auch keine absoluten Profi Tools und die Zeichnungen auf dem Motorrad sind auch nicht haarscharf und perfekt geplant.Ich brauche lediglich was zum einfaches zum Einsteigen.


    Danke für eure Hilfe,

    Liebe Grüße

  • e€€So mein Lieber, es wäre zuerst mal interessant deinen richtigen Namen zu kennen denn jedes mal deinen Forennamen zu schreiben ist mir zu dumm.


    Jetzt zu deiner Frage, die Sets die bei Amazon oder Ebay angeboten werden taugen eigentlich nicht mal zum Modellbau und jeder vernünftige Airbrusher wird dir davon abraten.


    100,- € sind natürlich nicht gerade viel denn selbst wenn du schon einen Kompressor dein Eigen nennst kannst du für eine vernünftige Anfängerpistole zwischen 70,- und 90,-€ rechnen, wenn dein Kompressor nun ein Werkstattkompressor ist wenn ich das richtig verstanden habe benötigst du einen Anschlussadapter möglichst einen zusätzlichen Druckminderer mit Wasserabscheider einen Schlauch zwischen dem Druckminderer und der Pistole was alles in allem auch nochmal ca. 70,-€ ausmacht dazu kommt, was noch das billigste ist je nachdem wieviel du benötigst, die Farbe und ein paar Kleinigkeiten zum reinigen.


    Also solltest du Summa Summarum so 250,-€ rechnen, wenn dir das aber zuviel ist solltest du bei einfachem Motiv und nur einer Farbe besser auf Sprühdosen zurückgreifen.


    Gruß Winfried.

  • Danke für deine Antwort, Winfried.


    Tut mir Leid, ich treib mich nicht allzu oft in Foren rum. Mein Name ist Feline :)

    Außer der Pistole besitze ich Alles, was du aufgezählt hast ! Kannst du mir denn eine empfehlen ? 70-90€ kann ich sicherlich entbehren :) Nochmal zur Farbe, kannst du mir da welche empfehlen?


    Grüße Feline

  • Hallo Feline,

    vorab erst eine Frage, hast du schon einmal Motorrad Teile bearbeitet?

    Denn mit einer guten Pistole ( Iwata Neo wäre günstig) und Farbe ( da würde ich Createx empfehlen) ist es bei weiten noch nicht getan. Wenn es was vernünftiges werden soll müssen die Teile vorbehandelt werden und anschließend noch Klarlack vom Lackierer drauf. Diese zusätzlichen Kosten sind auch nicht ganz ohne.


    Gruß Horst

  • Hallo Feline.


    Du sagst zwar das du außer der Pistole alles hast was ich nicht ganz glauben kann, eine Airbrushpistole hat nicht den selben 1/2" Anschluss über den Werkstattkompressoren in der Regel verfügen darum den zweiten Druckminderer mit der Reduzierung auf die Anschlussgröße der Airbrushpistole, der entsprechenden Schlauch hast du sicherlich auch nicht.


    Wie Horst schon sagte gibt es an Pistolen die Iwate Neo oder die H&S Ultra, beide so im Bereich von 90,-€ oder Pistolen von Sparmax die auch so im Bereich von 70,- bis 100,-€ liegen.


    Farben kann man von Schminke Createx oder M.ART.IN nehmen, absolut abzuraten ist von Modellbaufarben wie Revell.


    Was Horst auch sagte und wo ich ihm auch Recht geben muss ist das Fahrzeugteile und dazu zähle ich auch Motoräder gut vorbehandelt werden müssen und auch ein sauberes Finish sprich Klarlack brauchen den ich auch einem Fachmann überlassen würde, sinnvoll ist es bevor man an das eigentlich Objekt geht sich einen alten Tank zu nehmen und daran erst mal zu üben bis man sicher ist das es auch klappt.


    Es ist nicht so das wir dir den Spaß verderben wollen wir wollen dich nur vor Fehlern bewahren die viele am Anfang machen die denken sie hätten das Wissen gepachtet oder nur zu Stolz sind auf Beratung zu hören, ich hoffe du gehörst nicht dazu.


    Gruß Winfried.

  • Es handelt sich lediglich um diese lila/pink/blauen Akzente

    Hi


    ich find die Idee ja gut aber ohne Vorkenntnisse kann das fast nur schiefgehen. Der Untergrund muss vorbehandelt werden und geschliffen werden. Das Airbrush muss rauf und dann muss das mit Klarlack versiegelt werden in zwei Schichten. Sei mir nicht böse aber das so aus dem Handgelenk mal schnell auf ein Motorrad zu bringen fachgerecht ist nicht so einfach. Ich würde vorschlagen besorg die mal alte Teile auf den du üben kannst und fang mit einem Übungsstück an. Dann siehst du was am Ende auf dich zu kommt. Ich werde auch ab und an mal gefragt ob ich mal "schnell" ein Motiv auf den Tank sprühen kann. Meistens sag ich dann das eine bedruckte Folie wohl besser und günstiger wäre und schick sie zu Deko Behrend hier - die plotten und bedrucken sowas. Außerdem betone ich immer das ich Anfänger bin, dann sind die alle schnell ruhig :D

  • Danke Horst und Winfried,


    Die Teile habe ich tatsächlich alle, weil mein Freund eine umfangreiche Werkstatt besitzt. Ansonsten ist’s ja kein Problem, die immer nachzubestellen.

    Das Vorbehandeln ist auch kein Problem denke ich, das habe ich schon des Öfteren gemacht, um Felgen / Autoteile rundum neu zu lackieren.

    Was kann man denn beim Klarlack alles falsch machen? Klingt ja jetzt im ersten Moment gar nicht so dramatisch. Das interessiert mich lediglich; ich werd ich mich trotzdem an einen Fachmann wenden, wenn ihr mir dazu ratet.


    Das mit dem Tank ist eine gute Idee! Werd ich auf jeden Fall machen. Zwischen den 10 Motorrädern liegt immer irgendwo ein altes Teil :D


    Ich weiß, dass ihr mir den Spaß nicht verderben wollt. Dieses Forum wäre ja auch irgendwie der falsche Ort dafür! Ich bin aber sehr dankbar für eure Tipps! Die haben mich jetzt schon viel weiter gebracht.


    Gruß Feline 🙋🏽‍♀️

  • Hallo Rainer,


    Ich weiß, die Idee ist zum Scheitern verurteilt, aber ich will das wirklich unbedingt lernen und ich lerne nun mal durch meine eigenen Fehler :) Untergrund vorbehandeln kann ich und jemanden zum über lackieren finde ich bestimmt auch.

    Aber ich habe das Gefühl, ich muss das einfach selber machen und lernen ! Auch wenn’s nachher total scheiße aussieht xD Dann ist’s wenigstens mein Motorrad und nicht das von jemand anderem. (Und zu meinem Glück hab ich alle Verkleidungsteile 2x! Da kann Ich schon was verhunzen)


    Wenn alle Stricke reißen, nehm ich halt die andere Verkleidung und folier sie schwarz. Der Vorbesitzer hat alles mit so matt schwarzem Sprühdosen Lack gemacht. Das kann man grad so abziehen. Äußerst schön...


    Das mit dem “hier mach das mal schnell” kenne ich nur zu gut! Ich lebe mich sonst auch gerne künstlerisch aus, mit allen möglichen Medien. Und dann komme Leute immer gerne und denken, man hat sich in 5 Minuten ein Design ausgedacht und aufgemalt haha :D

  • Aber ich habe das Gefühl, ich muss das einfach selber machen und lernen

    Das kann ich ja gut verstehen Feline, so haben wir schließlich alle mal angefangen, eine Arbeit von jemand anderem kaufen kann schließlich jeder aber man will es selbst machen.


    Gut vielleicht habe ich mich geirrt und du hast außer Pistole und Farbe alles was du benötigst dann solltest du jetzt nicht den Fehler machen in irgendwelchen obskuren Shops nach diesen zu suchen, es gibt Shops die sich speziell auf Airbrush eingestellt haben wie airbrush4you oder airbrush City oder airbrushdesign4you, das sind Shops die zum Airbrush Fachverband gehören und bei denen man alles bekommt was das Brusherherz begehrt, diese Shops kann ich dir empfehlen weil es dort kompetente Leute gibt mit denen man im Zweifel auch mal telefonisch oder per Mail Rücksprache halten kann-


    Nochmal kurz zum Klarlack, ein kleiner Fehler im Klarlack kann dir die ganze zuvor geleistete Arbeit vernichten, der Klarlack muss an das bestehende angepasst werden ja darin übergehen, dazu gehört die nötige Schleifarbeit, die Wahl des passenden Lacks, das spritzen und anschließende polieren, eine Arbeit die auch erfahrene Airbrushkünstler gern aus der Hand geben und ich bekenne selbst ich der alles gerne selbst mach lasse diese Arbeit gerne machen.


    Gruß Winfried.

  • Hallo Rainer,


    Ich weiß, die Idee ist zum Scheitern verurteilt, aber ich will das wirklich unbedingt lernen und ich lerne nun mal durch meine eigenen Fehler :) Untergrund vorbehandeln kann ich und jemanden zum über lackieren finde ich bestimmt auch.

    Aber ich habe das Gefühl, ich muss das einfach selber machen und lernen !

    Das kenn ich nur zu gut. Deswegen bin ich ja auch hier im Forum gelandet.... bei mir startete alles als ich mir einen Gitarrenbausatz bestellt hatte. Da muss ein Airbrush rauf, aber wie? Mit Null Plan gestartet, falsche bzw. unpassende Hardware gekauft, nochmal gekauft.... gute Tipps hier im Forum bekommen und dann step-by-step erstmal auf Karton gesprüht. Hat so ca. 4 Monate gedauert bis ich dann anfing wirklich auf die Gitarre zu sprühen. Die liegt grad beim Lackierer und wartet auf den Endlack. Das geb ich ab an Profis, da hab ich keine richtige Umgebung für und null Plan von Klarlack. Und ich hatte auch kein richtiges Konzept. Hab teilweise alles neu gemacht und runterschliffen weils mir nicht gefallen hat. Hab aber sehr viel gelernt bei diesem Projekt.

  • Was kann man denn beim Klarlack alles falsch machen?

    Hallo Feline,

    für den Hausgebrauch kann man schon wenn man eine vernünftige Lackierpistole hat ein 2K Klarlack aufbringen. es gibt auch 2K Klarlack in der Dose.

    Bei Fahrzeugteilen die ich ja auch stolz herzeigen will ist das dann schon anders.

    Hier benötige ich um Staubfrei zu lackieren eine Lackierkabine und Profi Lackierpistolen und das entsprechende Fachwissen, Lackierer ist nun mal auch ein Beruf.

    Da du dich eh an einen Fachmann wenden willst, was ich schon mal für sehr gut finde, wird er dir sicherlich auch erklären was hierzu alles nötig ist.

    Da ja eine Werkstatt vorhanden ist liegen sicherlich Bleche oder Kunststoffteile herum, hier würde ich zu erst einmal üben.


    Gruß Horst

  • Ok dann werd ich mir auf jeden Fall jemanden suchen, der mir dem Klarlack professionell drauf macht.

    Ich hätte noch ein paar Fragen !

    Gibts auch preiswerte anfängerfreundliche Airbrush+Kompressor Sets ? Oder ist davon abzuraten ?


    Und ist es auch möglich auf ein foliertes Teil zu lackieren ?Oder haftet das nicht ? Gibts dafür spezielle Folie oder ein spezielles Verfahren ?


    Grüße Feline

  • Hallo Feline,

    Winni hat dir oben schon ein paar gute Händler mit Erfahrung genannt. Die beraten dich gerne ohne Abzocke. Wir kaufen unseren Bedarf auch dort ein.


    Auf folierte Folie kann man auch brushen. Ich versiegel dann selber die Folie mit Klarlack.


    Gruß Horst

  • Gibts auch preiswerte anfängerfreundliche Airbrush+Kompressor Sets ? Oder ist davon abzuraten ?

    Sicher gibt es die Feline, aber da müsstest du etwa 250,-€ anlegen was ich als günstig ansehe und du hättest dann alles was du zum brushen benötigst.


    Ich weis ja nicht wo du herkommst denn am einfachsten ist es wenn man in einen Shop gehen kann um sich beraten zu lassen, aber das geht bei den genannten Shops auch telefonisch, einfach mal anrufen oder zuerst mal auf der Internetseite nach Anfängersets schauen und wenn man sich nicht sicher ist dann anrufen.


    Wenn du gerne einen konkreten Vorschlag hättest können wir auch mal suchen und dir was empfehlen aber wie gesagt mit 250,-€ musst du schon rechnen.


    Gruß Winfried.

  • Was kann man denn beim Klarlack alles falsch machen?

    Hallo Feline,

    nach deinen eigenen Angaben vermute ich das du weist wie der Untergrund vorzubehandeln ist. Das A und O beim Klarlack sind Umgebung, Lackviskosität, der korrekte und vor allem gleichbleibende Arbeitsdruck, der richtige und ständige Sprühabstand zum Objekt, zügiges und gleichmäßiges Arbeiten und natürlich das Werkzeug sprich Lackierpistole. Die Umgebung sollte weitestgehend staubfrei sein und eine Absaugung besitzen. Was schon fast zwingend das arbeiten in einer Lackierkabine erfordert. Selbst dort versprüht man zuerst mal eine Menge Wasser mit der Lackierpistole. Zum einen um Staub auf dem Boden zu binden und zum anderen um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Auch kann man in der Lackierkabine den Trocknungsvorgang durch aufheizen beschleunigen.

    Persönlich bevorzuge ich immer 2K Lacke deren anmischen (Basislack, Härter und Verdünnung) im genauen Verhältnis der Herstellerangaben zu folgen ist. Ein häufiger Fehler dabei ist die zu große Beimengung von Härter, was irgendwann mal zur Folge hat, das die Lackoberfläche bricht und reißt. Klarlack aus der Srühdose kann ich nicht empfehlen. Zum einen sind diese Lacke sehr dünn in ihrer Viskosität und dadurch die Gefahr von Läufern oder gar Laufwellen extrem gegeben. Zum anderen ist der Sprühdruck zu gering um den Lack ordentlich fein zu vernebeln, so das "Orangenhaut" eigentlich schon vorprogrammiert Ist. Lösungsmittelhaltige Lacke sind meines Erachtens leichter zu verarbeiten. Dabei aber unbedingt eine Schutzmaske tragen die die Lösungsmittel ausfiltert.

    Ein Kompressor der den erforderlichen Arbeitsdruck jederzeit gleichmäßig liefert ist absolut unerlässlich. Auch sollte dieser unbedingt einen Wasserabscheider besitzen, der zuvor evtl. geleert werden muss. Nichts ist schlimmer als wenn deine Pistole das "spucken" anfängt weil der Druck zusammen bricht. Bedeutet Arbeit komplett versaut. Der Arbeitsdruck wird meist vom Hersteller empfohlen. Aber unbedingt vorher ein Probestück lackieren.

    Der Spühabstand zum Objekt ist nicht so leicht zu beantworten, da sich dieser aus dem Arbeitsdruck und der Viskosität des Lackes ergibt. Meistens sind das so um die 30 - 40 cm. Auch hier unbedingt vorher an einem anderen Teil testen.

    Wenn du mit dem Lackbild an deinem Teststück zufrieden bist (schräg in die Lackfläche kucken und einen Lichtreflex suchen. Dieser verrät dir alle Unebenheiten) dann lackierst du genau so dein Kunstwerk. Achte dabei auf Abstand und zügig, gleichmäßiges Arbeiten. Die erste Schicht waagerecht, die zweite senkrecht usw. Dabei sollen sich die Spühlinien (oder besser-Balken) immer halb überlappen. Von drei untereinander gesprühten Balken hätte also nur der mittlere volle Deckung. Achte an den Rändern und Enden deines Werkstückes darauf, das du dort die Lackierpistole etwas schneller ansetzt bzw. weg ziehst. Dort wird sich sonst nämlich der Lack sozusagen anstauen und die Läufergefahr enorm erhöht. Sollte man auch vorher üben.

    Eine Lackierpistole die keinerlei Einstellungsmöglichkeiten hat, kannst du von vornherein vergessen. Lasse dich da bitte vor Ort von einem Fachverkäufer beraten.

    Um eine zweite Schicht auf die erste auf zu tragen sollte diese eigentlich vorher trocknen. Dieses ist nicht unbedingt erforderlich, wenn man den richtigen Augenblick erwischt. Wenn die erste oder untere Schicht bereits "angebacken" hat (also so in etwa etwas klebrig ist) kann man bereits die zweite auftragen. Das ist aber große Erfahrungssache, spart allerdings den Zwischenschliff der auf einer völlig getrockneten Schicht nötig ist.

    Wenn alles fertig ist, musst du den Lack noch polieren. Selbst die säuberlichst aufgetragene Lackschicht ist niemals völlig eben. Auch gelangt in die Fläche mit Sicherheit das eine oder andere Staubkörnchen. Persönlich verwende ich dafür Lackschleif- und Polierpasten von 3M. Damit erreicht man absoluten Spiegelglanz.

    Wenn dir alles zur Verfügung steht, dann nur ran. Aus Fehlern kann man nur lernen. Und ich finde wenn man alles an seinem Kunstwerk selbst gemacht hat, dann ist doch die Zufriedenheit darüber am größten. Wenn du noch Fragen hast kannst du mich gerne anschreiben.

    Gruß Heinz