Die richtige Leinwand zum Üben

  • Moin, Wolle grüsst.

    Da mir so langsam die Knarrenkästen und Toilettendeckel ausgehen, möchte ich fragen, welche Leinwände oder Malpappen ich nun benutzen kann, um grundlegende Techniker einzuüben, ohne gleich gerahmte Leinwände zu vergeuden.

    Ich sprühe ja mit Acrylfarbe, da ist normales Kopierpapier nicht geeignet, es gibt ein grosses Angebot an "Malpappen" verschiedener Dicke bzw. Güte. Was ist da geeignet und dabei preiswert?

    Vieles wird da bei meinen Übungen in die Tonne gehen, mittelfristig möchte ich natürlich Leinwände für meine "Kunstwerke" benutzen.

    Ich wohne auf dem Lande, Hamburg ist 50 km weit weg und da kann ich nicht mal eben in ein Fachgeschäft für Malereibedarf gehen...

    Habt Ihr Tipps für mich?

  • Hey danke Dennis, ich hatte schon gesehen, dass es 400 g Karton/Pappe gibt, das ist also geeignet und wellt nicht.

    Die Angaben haben wohl mit der Dichte des Materials zu tun.

    Jetzt komme ich mir im Nachhinein ein bisschen blöd vor, ich lese hier immer von Leinwänden, daher kam in mir die Frage auf.

    Ich schaue mal in Barmstedt nach einem Laden, bei mir im Dorf gibt es nur eine Tankstelle, Cafe und den obligatorischen Griechen.

  • Hallo Wolle.


    Zum einfachen üben nutze ich Skizzenpapier von Brunnen in 190g und Größe 30 mal 42cm, bei dem muss man aber etwas vorsichtig sein da er wenn er zu feucht wird gerne Falten wirft.

    Ansonsten nutze ich den Airbrushkarton von H&S in 290g und 29 mal 50cm.


    Es gibt heute so viel gute Untergründe zum brushen das ich persönlich keine Leinwand nutzen würde, Leinwand ist immer mit Vorarbeit verbunden und Fehler lassen sich nur schwer korrigieren und im Gegensatz zu dem der bei Aldi oder Lidl stellenweise angeboten wird ist hochwertige Leinwand nicht gerade billig, darum würde ich Leinwand nie zum üben und wenn überhaupt nur für Auftragsarbeiten nutzen wenn der Auftraggeber es wünscht.


    Gruß Winfried.

  • Ich danke Euch, dann bin ich mit 300 er Karton ja gut bedient, wenn es gut wird, dann kann ich es ja rahmen, also, wenn's richtig gut wird.

    Und Winfried, das mit dem Wellen hatte ich ja erfahren, mit transparentem Papier hatte ich mit dem Skalpell feine Linien "geschnitzt", da musste ich schnell sein, befor die Wellen kamen...😅

    Habe natürlich auch Schablonenbögen da, die sind mit dem Skalpell aber kaum durchzukriegen, mit der Schere geht es.

    Für filigranere Objekte, die ich mit dem Skalpell schneide habe ich mir schon ,19mm Schablonenbögen bestellt, ,25 er sind echt zu dick.

    ... und Dennis, wunderschöne Arbeit.

    :!:

  • Hi


    ich verwende Reinzeichenkarton 240g. Auch da gibt es Unterschiede in der Qualität der Oberfläche.

    Fotokarton hab ich auch schon verwendet in Schwarz... da meine Gitarre beim Lackierer ist hab ich viel auf Karton gebrusht die letzten Tage. Allerdings war das ein 50er pack vom Bastelladen, die Papieroberfläche ist nicht so fest wie bei meinem gewohnten Bristol von Strathmore. Aber zum Üben reichts. Die Oberfläche von Strathmore ist fester, wenn ich Masken drauf geklebt hab rieß das Papier nicht mit beim Abziehen. (Siehe Bilder). Ist echt ärgerlich wenn man am Ende das Papier mit runter zieht oder die Farbe an der Maske kleben bleibt. Wellen können die alle, kommt halt drauf an wieviel Feuchtigkeit du da rauf sprühst mit jedem Durchgang. Selbst 400g Karton wellt wenn du zuviel Farbe auf einmal rauf sprühst. Meist legt sich das aber wieder an sobald die Farbe trocken ist. Falls nicht wars zuviel Farbe auf einmal.

    Gutes Beispiel für billigen RZ Karton....am Ende riss das Papier mit ab beim Abziehen der Masken


    Schwarzer Fotokarton DIN A4 mit H.P. Lovecraft als Motiv


    Auch billiger Karton, teilweise sieht man kleine Stellen wo die Farbe/Papier mit hoch kam wenn man genauer hinschaut.



    Strathmore Bristol.... die Oberfläche ist robuster und verträgt mehr.


    Leinwand ist halt von der Oberfläche her strukturiert, ich find das nicht einfach beim Airbrushen und daher ziehe ich Karton zum Üben vor, ich muss den Untergrund nicht vorbereiten und kann sofort loslegen.

  • Soll heissen, dass ich beim "Karton" auch nicht grundieren muss?

    Und danke für die Tipps, was das Maskieren betrifft, das ist ja dann noch ne andere Baustelle.

    Ärgerlich, wenn es den Karton mitabzieht, zumal, wenn es so schöne Arbeiten trifft.

    Ich werde versuchen, viel zu üben...

    Habe mir auch das erste step by step Heft von Roger gekauft, dadurch dadurch werde ich viel ausprobieren.

    Ich freue mich schon drauf, stecke mal wieder in Kurzarbeit...

    Egal, da bleibt viel Zeit zum üben.

    Grüsse aus dem Bauwagen.

  • Soll heissen, dass ich beim "Karton" auch nicht grundieren muss?

    Und danke für die Tipps, was das Maskieren betrifft, das ist ja dann noch ne andere Baustelle.

    Ärgerlich, wenn es den Karton mitabzieht, zumal, wenn es so schöne Arbeiten trifft.

    Ich werde versuchen, viel zu üben...

    Nicht das ich wüßte.... hab das noch nie "vorbehandelt" wie andere Oberflächen. (Für andere Materialen nehm ich gern den Schmincke Haftgrund)

    Vorbehandeln bezieht sich auch eher auf die Hafteigenschaften deiner Farbe auf dem Untergrund auf den du sprühen willst. Metall oder Plastik bereite ich immer vor mit Anschleifen und dann Haftgrund rauf.


    Viel Spass beim Üben.... einige meiner Übungswerke endeten als Abdeckkarton... haben es nicht in meine Mappe geschafft, aber dafür is üben ja da. :)

  • Die weißen MDF Platten Hintergrundverkleidung bei Schränken oder Schubladenböden gibt es öfters für 2-3 € bei Rest-Holzzuschnitte in den Baumärkten.

    Wenn das Kunstwerk nichts geworden ist, dann Farbe wieder mit Wasser oder Lösungsmittel runter. Wieder mit weißer Farbe grundieren, leicht anschleifen und auf ein neues.

    Kann man auch mit Leinwand machen.

    Gruß Horst

  • Moin Horst, guter Tipp, war bei mir auch schon in Gebrauch, ist ein Eichhörnchen geworden.

    Das hängt jetzt am Haus des Eichhörnchens.😉

    Ich bin da ja auch recht einfallsreich was die "Leinwände" betrifft, dass ich richtige gerahmte Leinwände wieder klarkriege wusste ich nicht, da ich noch keine benutzt habe.

    Ich werde mich erinnern, wenn ich die erste verhunzt habe.

    👍

  • Also noch mal kurz zum besseren Verstehen, eine Leinwand besteht wie der Name es schon sagt aus Leinen und wird in der Regel auf einen Keilrahmen aufgezogen, sie gehört wie alle anderen auch zu den Maluntergründen.

    Alles andere, Karton Dibond Multiplex Pressspan und wie sie alle heißen sind auch Maluntergründe aber mit Leinwand haben sie nichts zu tun.


    Gruß Winfried.

  • Für viele Motive ist das Airbrushpapier häufig die professionelle und günstigste Option zu üben. Bei der Wahl des Untergrundes kommt es aber auf die Technik an. Was bei dem einen geht, geht beim anderen evtt. nicht oder nur schlecht.

    Maskierfilm geht auf den meisten Kartons und Papieren nicht - nur spezielle Airbrushkarton, Reinzeichenkarton sind dafür geeignet.
    Beim Stichwort Leinwand hatten wir einen schönen Artikel bei uns im Magazin den ich voll und ganz unterstreichen kann. Es gibt Leinwand auf Rolle - ich bevorzuge da die günstigen Tintenstrahlleinwand auf Rolle - die kann man dann einfach selber mit wenigen Handgriffen in 1-2 Minuten auf einen Keilrahmen ziehen. Wenn das Bild nicht gefällt, dann lösen und die nächste Leinwand drauf. Kostenpunkt bei 50x70 bei 3 Euro - würde ich schätzen. Grundierung bei Tintenstrahlleinwand entfällt, die ist fein und weiß. Das geht schneller als Neulackierung oder Abschleifen.

    Herzlich Grüße aus der ASBS-Redaktion,
    Roger Hassler

  • Moin Roger, danke für den Tipp, ich habe mich ersteinmal mit Fotokarton in weiss und verschiedenen Grautönen in din A4 und A3

    (300 g/m2) versorgt.

    Der Tipp ist vorgemerkt.

    Anhand eines Workbooks von Dir (<3)

    freue ich mich auf grundlegende verschiedenste Technikübungen.

    Vielleicht klappt es im Frühjahr auch mal mit einem Kursus, falls Corona das zulässt.

    Bis dahin bin ich dann Autodidakt mit der starken Gemeinschaft dieses Forums im Hintergrund.

    Ich lasse mich jedenfalls nicht entmutigen.

    Und Weihnachtswünsche habe ich bei meiner Freundin schon geäußert...(es gibt ja noch ein paar weitere Workbooks)

    Liebe Grüsse von Wolle

  • Moin


    hab am Wochenende mal andere Marken an Reinzeichenkarton verwendet, ich wollte mal schauen wie unterschiedlich die Oberflächen auf verschiedene Kleber von Maskierfolien reagieren dabei ist mir ein Kandidat extrem ins Auge gestochen -> Fabriano Bristol 250g/m² im 20er Block. Den wollt ich euch nicht vorenthalten. Vielleicht nicht der Günstigste am Markt aber die Oberfläche ist glatt und robust. Keiner meiner Maskierfolien hat es geschafft die Oberfläche zu beschädigen. Der Karton ist noch robuster als mein gewohnter Strathmore bristol... Er wellt sich genauso wie andere Kartons wenn man große Flächen sprüht geht aber wieder in der Ursprungszustand zurück. Es kommt keine Papierfussel hoch wenn das Papier feucht wird, wie bei billigen Kartons manchmal... bin begeistert. Das Endergebnis ist wirklich gut geworden, hab das gleiche Motiv genommen und die Unterschiede sind im Detail deutlich sichtbar. Kann den Reinzeichenkarton wirklich empfehlen wenn man mit Maskierfolien arbeiten will. Zum Üben und Spielen werd ich nach wie vor das günstige Zeug nehmen. Dafür reicht das.

  • phEr wellt sich genauso wie andere Kartons

    Um diese Phänomen vorzubeugen gibt es auch einen kleinen Trick den ich auch schon angewendet habe, da Päckchen ja meist aus dünnem Karton sind zerlege ich diese und schneide mir Stücke in der Größe meines Reinzeichenkartons aus und klebe diesen dann auf den ausgeschnittenen Karton, dazu kann man Sprühkleber oder Bastelkleber nehmen,

    Diese Methode hat den Vorteil das sich der Reinzeichenkarton jetzt nicht mehr wellen kann der ausgeschnittene Karton aber trotzdem dünn genug ist das er gut in einen Rahmen zu bringen ist.


    Gruß Winfried.