Step by Step: Wassertransferdruck vs. Airbrush

    • Step by Step: Wassertransferdruck vs. Airbrush

      Step by Step: Wassertransferdruck

      Verwendete Materialien:
      Lackiermaske, Schutzhandschuhe, Panzertape, Klebeband, Papierreinigungstuch, graues Schleifvlies, Carshape, WTD HD56 Carbon, Kunstoffbehälter, Kunststoffreiniger Antistatisch, Silikonentferner, Airbrushpistolen , Lackierpistole , Schmincke AERO Grund Grundierung 50 601 , Schmincke Finest Acrylic Ink Schwarz 28 702 und Schmincke Schlußlack Matt 50 611.





      Als ideales Testobjekt habe ich ein Carshape in der Größe von 127mm genommen.
      Diese sind im Auslieferungszustand mit einer Schutzfolie gegen Beschädigungen geschützt. Daher muß zuerst diese abgezogen werden.






      Um eventuelle Kleberückstände der Folie zu beseitigen wird hier mit dem Kunststoffreiniger erstmal vorgereinigt.
      Hier noch ein Hinweis dazu vorweg:
      Carshapes sind eigentlich sofort lackier- u. beschichtungsfähig nach abziehen der Folie. Entfetten würde ich dennoch empfehlen. Die folgenden Schritte bis zum Lackieren sind nur Hinweise, in wie weit ein richtiger Lackaufbau (zum Beispiel bei einem wichtigen Bauteil) gestaltet wird.







      Danach wird mit einem grauen, sprich feinen Schleifvlies die glänzende Oberfläche angerrauht um eine bessere Haftung zu erreichen. Diese erscheint dann matt. Hier im Bild erkennt man schön wie die vordere Hälfte bereits matt ist und die hintere noch glänzt.








      Nun bereiten wir eine Lasche mit Panzertape zur Aufnehme zwecks Lackieren und natürlich des WTD vor. Panzertape eignet sich hier prima, da es durch gewöhnliches Zusammenfalten eine stabile Haltelasche erzeugen kann.







      Da wir nun das Carshape besser zu Hand nehmen können, wird es nun mit Silikonentferner Antistatisch entfettet. Nun nur noch mit Druckluft alles abblasen. Auch die Innenseite nicht vergessen.







      Nun wird die Schmincke AERO GRUND Grundierung 50 601 aufgetragen. Der Hersteller empfiehlt eine Benutzung ab einer Düsengröße von 0,2mm. Ich verwende hier eine 0,4er um eine größere Menge und Sprühstrahlgröße nutzen zu können. Ich verwende die Grundierung direkt aus der Flasche.






      Der Auftrag erfolgt in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht. Die Grundierung trocknet innerhalb 20 Minuten transparent auf.






      Nun wird die Oberfläche mit dem Schleifpad ganz leicht nochmal angerauht.







      Als nächstes wird die Schmincke Finest Acrylic Ink Schwarz 28 702 aufgebracht. Diese ist möglich ab einer Düsengröße von 0,15mm zu sprühen. Auch hier habe ich, zwecks des schnelleren und großflächigen Farbauftrags eine Düsengröße von 0,4mm verwendet.





      Hier ist es wichtig mehrere dünne Schichten zu sprühen mit einer jeweiligen Zwischenablüftzeit von ca. 3 Minuten.















      Nachdem nun das Schwarz deckend gesprüht wurde, wird das ganze 30 Minuten trocknen gelassen.
      In der Zwischenzeit beginnen die Vorbereitungen für das Wassertransferdruckverfahren.
      Die Folie wird so zurechtgeschnitten (Teppichmesser o. Skalpell) das die Größe den abgerollten Umfang des Carshape entspricht. Zusätzlich wird ringsrum nochmal 5cm mehr an Folie stehen gelassen zur Sicherheit. Bitte hier auf absolute Sauberkeit/Trockenheit auf der zu schneidenden Oberfläche (am besten Metallblech oder eine Schneidematte) achten!! Auch bitte darauf achten das man keine feuchte/fettige Hände hat beim Schneiden . Das Berühren der Folie sollte nur im Randbereich erfolgen.


      Es sind nun 2 Versionen mit der Bearbeitung gegen Einrollen der Folie möglich:
      Die hier aufgezeigte habe ich deswegen gewählt, da ich kleine Reststücke hatte und die sich natürlich gleich komplett einrollen. Hier wird praktisch der Rand mit Klebebänder fixiert. Hier ist es auch nicht mehr möglich für die Folie, das sie sich seitlich etwas einrollt wenn sie auf’s Wasser gelegt wird.

      Die andere Variante ist folgende:
      Beim direkten Abschneiden der Folie von der Rolle bleibt diese plan auf der Oberfläche liegen. Um beim Auflegen auf das Wasser das Einrollen einzumindern, werden ringsum Einschnitte am Rand im 45° Winkel und 2cm tiefe gemacht. Diese erfolgen in einem Abstand von ca. 5cm.


    • Nun wird eine Wanne mit auf 30°C temperiertem Wasser vorbereitet. Die Temperatur ist notwendig um die Folie zum optimalen Aktivieren mit dem späteren Aktivator zu bringen.
      Seitlich wird nun gegen ein eventuelles Verschieben der Folie Klebestreifen angebracht. Bei den Edelstahlbecken im Profibereich sind hier anstatt Klebebandbegrenzungen sogenannte verstellbare Begrenzungsschienen angebracht.







      Bevor die Folie auf’s Wasser aufgelegt wird, muß zuerst die klebende Seite ermittelt werden. Dies geschieht recht einfach. Man nimmt einen Tropfen Wasser zwischen Daumen und Zeigefinger auf und hält die Folie an einer Ecke ca. 3 Sekunden fest. Dann öffnet man die Finger, die Seite die am Finger hängen bleibt ist die Klebende.

      Nun wird die klebende Seite auf das Wasser gelegt, sprich die nicht klebende ist oben. Hierbei sollte darauf geachtet werden das möglichst blasenfrei diese aufgelegt wird. Bei größeren Folienstücken ist es hilfreich wenn man dies zu zweit macht. Bilden sich nun doch Luftblasen, kann man sie recht einfach durch seitliches herausblasen herausdrücken. Dies sollte schnell gehen, da die Folie ab auflegen auf’s Wasser genau 1 Minute nur einwirken sollte.
      (Ihr seht wie schwer es ist, in den folgenden Schritten eine bebilderung zu machen)

      Hier sieht man nun schön wie innerhalb einer Minute die Folie sich an die Wasseroberfläche angeschmiegt hat. (Bildtechnisch ist die glatteste Fläche hier nicht aufgezeigt wegen der Zeit zum nächsten Schritt)
















      Als nächstes, hier nicht genau aufgezeigt da es zeitlich zu knapp werden würde mit dem Fotoapparat, wird der Aktivator nun dünn und gleichmäßig im Kreuzgang aufgetragen. Zu einem gibt es den als Sprühdose als auch als flüssiges Material. Hier benutzte ich meine Revel Vario mit 1,0er Düsensatz mit einem Arbeitsdruck von 2 bar. Der Sprühstrahl für den Auftrag sollte recht groß sein um relativ schnell das Material auftragen zu können. Auch ist es möglich, bei vielmehr größeren Folienstücken mit einer Lackierpistole den Aktivator aufzutragen.
      Nun entspannt sich die Folie völlig und bildet mit dem Wasser eine Oberfläche. Bitte hier unbedingt darauf achten das ihr dabei eine Atemmaske benutzt!

      Gleich nach dem Auftragen des Aktivators wird nun das Carshape in einer gleichmäßigen und langsamen Bewegung eingetaucht. (Bitte hier Handschuhe benutzen, um nicht die Transferfolie auf die Haut abzubekommen. Bildtechnisch bedingt war mir das hier leider nicht möglich) Dies sollte innerhalb von 30 Sekunden geschehen.

      Ein Tipp hierzu:
      Bitte erprobt zuvor mit einem Carshape den geeignetsten Eintauchwinkel sodaß keinesfalls Luft zwischen Carshape und Folie sich einschließen kann!















      Wascht nun die glibberigen Reste bei ebenfalls 30°C warmen Wasser komplett ab, bis diese vollständig beseitigt sind. Hierbei bitte Vorsicht, denn die Beschichtung ist hier noch sehr sensibel.
      Nun am besten das Carshape mit Druckluft abblasen und gut durchtrocknen lassen. Berührungen mit dem Untergrund sind zu vermeiden, da als nächstes der Schlußlack folgt und dort die Haftung gegeben sein muß.


      Nun wurde der neue AERO Schlußlack 50 611 Matt. Diesen Schlußlack gibt es auch in Glänzend 50 610 und in Soft-Touch 50 612 (seidenmatt für eine Samtartige Oberfläche).
      Der Schlußlack ist in erster Linie nur für Dekorationen im Innenbereich anzuwenden.

      Er ist sprühbar ab einer empfohlenen Düsengröße von 0,2mm. Ich habe in pur aus der Flasche mit der 0,4mm Düse aufgetragen, um auch hier wieder flächig arbeiten zu können.
      Die erste Schicht wurde dünn mit 2,5bar Arbeitsdruck aufgetragen. Die Oberfläche wird gleichmäßig nur sehr dünn benetzt. Danach 5 Minuten ablüften lassen.






      Die 2. Schicht wurde nun nass aufgetragen, sodaß ein geschlossener Film entsteht. Aber Vorsicht, hier kann es schnell zu Lackläufern kommen bei einer Überbeschichtung.







      Hier nun das fertige Werk nach 12 Stunden Trocknungszeit:






      Und hier das ganze mit 2K-Klarlack lackiert:







      Ich hoffe, ich habe euch Anregung gegeben solch eine WTD selbst einmal zu probieren.
      Und nun viel Spaß!



      Gruß Daniel
    • Wow Sehr guter, verständlicher Step.
      Da bleiben keine Fragen offen.

      Ich geh mal davon aus das man die Sachen für den Wassertransferdruck beim gut sortierten Farben Fachhändler bekommt, oder ?

      Gruß Stefan
      Ich freue mich wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue regnet es auch.
      *Karl Valentin*

      onpage-consulting.de / www.airbrush-index.de
    • Danke euch!

      @Pyro,

      nunja, die bekannten Onlineshops für Airbrushartikel führen das ja nicht gerade. Das das ja schon zu Spezialeffekte zählt.

      Wassertransferdruck gibt es ja einige Hersteller die geringfügig Unterschiede im Arbeitsablauf aufweisen.

      Hier wurden die Produkte von Carbotec-shop.com verwendet die haben sogar ne Auswahl von über 700 verschiedenen Folien. Gibt ja nicht nur Carbon.
      Für diejenigen die das ein paar Mal im Jahr machen wollen empfehle ich den flüssigen Aktivator der mit der Lackierpistole bzw großen Airbrushpistole verarbeitet wird.
      Spraydose ist wirklich nur für ein paar Mal gedacht zum testen dieses Effekts. Zudem lässt der Druck ja mit der Zeit nach.

      @AndreasH,

      dank dir. Ja, wenn das schreibe ich immer alles ganz genau.

      @luftpinsel,

      joa, hast es ja live gesehen.


      Demnächst dann Test mit den Molotows! (Spraydose)


      Gruß Daniel
    • Weiter gehts:

      Als nächstes stand der Test mit den Molotows!

      Diesmal hatte ich jedoch eine Unterstützende Kraft mit an Bord. Unser User "Luftpinsel" der mit den Molotows Sprühdosen schon reichlich Erfahrung hat, hat mir die Vorzüge der einzelnen Cap's erläutert und auch gleich gezeigt.

      Hier wurde Indigo auf das komplett Carshape zuesrt gesprüht. 2 dünne Schichten hatten gereicht, mit 2 Minuten Zwischenabluft, um völlig flächendeckend zu arbeiten. Nach 3 Minuten war das ganze auch schon trocken.

      Nun wurde zur Hälfte abgeklebt und der Vorgang mit Toast Signal Black wiederholt.

      Gleich im Anschluß, diesmal knappe 20 Minuten später kam schon das Wassertransferdruck.

      Bilder mit Klarlack kommen demnächst. Die darf der "Luftpinsel" nämlich machen.















      Gruß Daniel
    • Ist auch mal schön, "mich" bei der Arbeit zu sehen. Sonst geht das eher schlecht. Die Bilder sind allesamt richtig gut geworden. Es hat auch super viel Spaß gemacht, diesen Step zu unterstützen. Das Bild mit dem Klarlack schicke ich Dir die Tage.